Wahrnehmungen

Nach seiner Trennung von Regine Olsen schrieb Kierkegaard (»S. K.«) während eines langen Winters in Berlin sein »Lebensfragment« Entweder – Oder. Zudem besuchte er Vorlesungen Friedrich Schellings, die er als Zeitverschwendung empfand. Entweder schreiben oder hören: Man muß Prioritäten setzen! Peter E. Gordon. »Kierkegaard’s Rebellion.« Rezension zu Kierkegaard: Exposition and Critique, von Daphne Hampson. The … Weiterlesen Wahrnehmungen

Keine Tabus

Die noch immer faszinierende Tatsache, daß hinter Claude Lévi-Strauss’ ethnologischer Studie Les Structures élémentaires de la parenté (1949) die linguistische Phonem-Theorie Roman Jakobsons steckt – quasi unter der Haube –, zeigt, daß das Heranziehen von fachfremden Erkenntnissen zu überraschenden, neuen, ja epochalen Ansichten führen kann. Man sollte also mit offenen Augen und einem panoramatischen Blick … Weiterlesen Keine Tabus

In Menschenleder

Ich entnehme einem Text in Lapham’s Quarterly, daß anthropodermische Bücher im 19. Jahrhundert keine Seltenheit gewesen seien. Das am schwierigsten aufzutreibende und in Menschenhaut gebundene Buch – falls es denn wirklich existiere – sei Marquis de Sades Justine et Juliette – »bound in a woman’s skin or French erotica with a visible human nipple on … Weiterlesen In Menschenleder

Modus scribendi

Finde in einer Rezension in der österreichischen Literaturzeitschrift Volltext die sehr harschen Worte: »Die germanistische Sucht nach sogenanntem Realismus hat den Irrealis kurzweg weggeschluckt und unverdaut dann ausgeschissen.« In der Möglichkeit des grammatischen Exkrements findet sich die Tatsache einer fruchtbaren Sprachhygiene. Alban Nikolai Herbst. »Gehirn und Herz liegen Wand an Wand.« Rezension zu Der König … Weiterlesen Modus scribendi

Arbeit am Mythos

Die Diskussion um Biotechnologie und Künstliche Intelligenz erweist sich mit Blick auf die alten Griechen als Schnee von gestern: »Medea’s ram and lamb are the ancestors of Dolly, the first genetically engineered sheep, which emerged from a cloning experiment in 1997.« Der Kampf gegen Sterblichkeit, Verfall und Alter verlagert sich vom Epos zum Ethos. Adrienne … Weiterlesen Arbeit am Mythos