Im Tränen-Reich

»Wenn mir so viele Weisen des Weinens zur Verfügung stehen«, schreibt Roland Barthes in seinen Fragmenten einer Sprache der Liebe, »so wahrscheinlich deshalb, weil ich mich, wenn ich weine, stets an jemanden wende und der Empfänger meiner Tränen nicht immer derselbe ist: ich passe meine Arten des Weinens dem Typus von Erpressung an, die ich … Weiterlesen Im Tränen-Reich

Anekdoten aus einem Jahrhundert

Was ich aus Emmanuelle Loyers monumentaler Biographie über den Ethnologen Claude Lévi-Strauss (1908-2009) gelernt habe: er war 1,79 Meter groß; er fiel 1933 durch die Führerscheinprüfung; er war leidenschaftlicher Leser von Kriminalromanen; er besuchte die Chinesische Oper in New York City mit Albert Camus; Franz Boas starb 1942 direkt neben ihm; Strawinsky machte auf ihn … Weiterlesen Anekdoten aus einem Jahrhundert

Seiner Zeit voraus

In einem Auszug aus Erica Benners Monographie Be Like the Fox. Machiavelli in His World (Norton, 2017) stoße ich auf die folgende Passage: »Several years after writing the Prince, he [Machiavelli] wrote to a close friend that for a long time I have not said what I believed, nor do I ever believe what I … Weiterlesen Seiner Zeit voraus

Ferdinand de Saussure: Die Sprache als Begriffsdublette

Während Google an diesem 22. Februar 2013 an Arthur Schopenhauers 225. Geburtstag erinnert, möchte ich auf Ferdinand de Saussures 100. Todestag hinweisen. Der folgende Text bildet die leicht überarbeitete Version eines Kapitels meiner Magisterarbeit Die Topographie des Labyrinths. Zur Semiotik des Raummodells in den Romanfragmenten Franz Kafkas aus dem Jahr 2006 ab. Das Klassifizierungssystem, mit dessen Hilfe … Weiterlesen Ferdinand de Saussure: Die Sprache als Begriffsdublette