Der Aufbruch ins Nirgendwo, oder: »Red is the colour that will make me blue«. Eine subjektive Synopsis der Filmbiografie »Nowhere Boy«

Am Anfang: Ein Akkord. Der junge John (offensichtlich, denn die Ähnlichkeit Aaron Johnsons mit Lennon ist verblüffend) sprintet durch den neoklassizistischen Portikus der Liverpooler St. George’s Hall, Schreie verfolgen ihn (läuft er vor kreischenden, hysterischen Fans fort?), doch niemand ist zu sehen, er ist ganz allein (wo ist er wirklich?), er rennt und lacht und…Mehr

Der Aufbruch ins Nirgendwo, oder: »Red is the colour that will make me blue«

Eine subjektive Synopsis der Filmbiografie »Nowhere Boy« Text von Kristy Husz und Nico Schulte-Ebbert Am Anfang: Ein Akkord. Der junge John (offensichtlich, denn die Ähnlichkeit Aaron Johnsons mit Lennon ist verblüffend) sprintet durch den neoklassizistischen Portikus der Liverpooler St. George’s Hall, Schreie verfolgen ihn (läuft er vor kreischenden, hysterischen Fans fort?), doch niemand ist zu…Mehr

Fragmentpüffe

Als ich kürzlich in Nietzsches Nachgelassene Fragmente 1882-1884 las, stieß ich auf folgenden Satz: »So ist Verstehen ursprünglich eine Leidempfindung und Anerkennen einer fremden Macht. Schnell, leicht verstehen wird aber sehr rathsam (um möglichst wenig Püffe zu bekommen)«. Püffe? Natürlich dachte ich sofort an Knüffe, an kleine Hiebe in die Seite. Aber Püffe? Eine Internet-Recherche konnte glücklicherweise viel Licht ins Dunkel…Mehr

›E‹piphanien oder: Der große Meaulneskin›e‹

Menschen sind wie Buchstaben: sie erscheinen, nehmen Gestalt an, verkümmern, werden missachtet und verschwinden schließlich in den Annalen des Kollektivgedächtnisses. Manche sind unaussprechlich; man weiß nicht, wie man ihnen gerecht wird. Sie sind Symbole: sie fallen zusammen, fallen mit anderen, mit ihren Gegenstücken zusammen und trennen sich wieder. Bei manchen ist man sich unsicher, woher…Mehr

Blog-Eintrag

Die Schwierigkeit eines Blog-Eintrags schält sich oftmals in den frühen Morgenstunden als eine unüberwindbare Masse geistiger Beschwerden heraus. In ungünstigen Fällen hält dieses niederdrückende Gefühl bis mittags an; die Bemitleidenswerten unter uns müssen damit gar bis abends zurechtkommen. Hat man sich entschlossen, seine Seele zu befreien und all die Kreativität, die sich in geballter Form…Mehr

Robert Cray, Geschichtenerzähler

Die Geschichte, die uns Robert Cray in einer Mischung aus Blues, Soul und Reggae erzählen möchte (»Have a seat and I’ll tell you a tale«), kommt auf den ersten Blick als ein unterhaltsamer Zeitvertreib daher, als Kurzweil, doch sie ist es mitnichten: Mit seiner eindringlichen, ins Falsett entgleitenden Stimme, die ansonsten posaunig-mahnend tönt, klagt Cray…Mehr